| Die Tarifverhandlungen im GaLa-Bau vertagt |

Am 14. Juli 2010 fand in Bad Honnef die erste Tarifverhandlung für die Beschäftigten im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau) statt. Die Arbeitgeber legten kein Angebot zur Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen vor. Die Verhandlungen wurden auf den 19. August vertagt.
Die IG BAU fordert in der diesjährigen Tarifrunde: • Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 4,8 Prozent, • bei einer Laufzeit von 12 Monaten. • Die Erhöhung der Ostentgelte soll mindestens um den gleichen Eurobetrag wie im Westen erfolgen. • Zusätzlich sollen Verbesserungen bei den Lohngruppenstrukturen vorgenommen werden.
Bei der Verbesserung der Lohngruppenstruktur geht es darum, dass die Lohngruppe 7.6 (einfachste, schematische Arbeiten) im Betrieb zu widersprüchlich und teilweise missbräuchlich angewandt wird. Es kann keine klare Abgrenzung zur Lohngruppe 7.5 (einfache Arbeiten) vorgenommen werden, weshalb ungelernte Arbeitnehmer oder Hilfskräfte oft zuerst in die unterste Lohngruppe 7.6 eingruppiert werden. Dies war bei dem letzten Tarifabschluss nicht beabsichtigt. Der Missbrauch muss beendet werden.
Weiter geht es darum, dass die (gelernten) Landschaftsgärtner lange in der Lohngruppe 4.2b verbleiben müssen, bevor sie in die Ecklohngruppe oder Lohngruppe 4.1 aufsteigen.
Begründung der Forderungen Die Forderungshöhe begründet sich auf der zu erwartenden Preissteigerungsrate, der zunehmenden Leistungsverdichtung bei den Arbeitnehmern (Produktivitätssteigerung) sowie einem Attraktivitätszuschlag für den GaLaBau.
Zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist festzuhalten: Nach den Darstellungen des Arbeitgeberverbandes BGL und seiner aktuellen Konjunkturumfrage ist die wirtschaftliche Situation im GaLaBau gut und die Perspektiven sind positiv.
Schon das Jahr 2009 verlief nach Angaben der Arbeitgeber „(deutlich) besser als erwartet“. In der Konjunkturumfrage des BGL im 3. Quartal 2009 melden über ein Drittel (37 Prozent) eine bessere, rund 49 Prozent eine gleiche und nur ein Achtel der Betriebe eine schlechtere Auftragslage. Die Umsatzentwicklung 2009 zeigte sich stabil auf erhöhtem Niveau, die Zahl der Betriebe und der Beschäftigten stieg leicht an.
Für 2010 sehen 87 Prozent der Betriebe (Konjunkturumfrage 1. Quartal 2010) die Zukunftsaussichten der Branche positiv: sehr gut 1,6 Prozent, gut rund ein Drittel und knapp 54 Prozent befriedigend. Die Aussichten für den eigenen Betrieb werden ebenfalls positiv gesehen: 4 Prozent sehr gut, über 46 Prozent gut und knapp 40 Prozent befriedigend.
Die Aussichten für die GaLaBau-Branche für die nächsten 5 Jahre werden nach Angaben der Betriebe des Arbeitgeberverbandes ebenfalls positiv beurteilt. Diese guten Perspektiven sind ein wichtiges Argument zur Diskussion in den Betrieben für dauerhafte, d. h. tabellenwirksame Einkommenserhöhungen.
Die wichtigsten Daten gibt es in der Zusammenfassung - rechts unter Aktuelles Material. Sie eignen sich gut als Argumentationshilfe auf den Baustellen und in den Betrieben.
Position der Arbeitgeber Die Arbeitgeber verwiesen in ihrer Erwiderung darauf, dass die positiven Entwicklungen sich noch nicht in höheren Gewinnen niedergeschlagen hätten. Auch gäbe es keine realen Produktivitätszuwächse. Der lange, harte Winter belaste die Liquidität der Betriebe und der Konkurrenzkampf mit „billigeren Anbietern“ vor allem im Bereich der Pflege, mache den Betrieben nach wie vor zu schaffen. Aus diesen Gründen legten die Arbeitgeber kein Angebot zur Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen vor.
Eine Verbesserung bei einzelnen Fragen der Lohnstrukturen wollen die Arbeitgeber ebenfalls nicht vornehmen, da sich dies aus ihrer Sicht bewährt habe. Die unterste Lohngruppe 7.6 benötigen sie im Konkurrenzkampf um Aufträge mit Hausmeisterdiensten oder ähnlichen Anbietern.
Die Verhandlungskommission der IG BAU forderte nachdrücklich ein Angebot der Arbeitgeber, damit ein mögliches Tarifergebnis nicht verzögert wird. An betrieblichen Beispielen wurde die widersprüchliche und teilweise missbräuchliche Handhabung bei der Eingruppierung in die Lohngruppe 7.6 nachgewiesen. Allerdings beharrten die Arbeitgeber bis zum Schluss auf ihren vorgenannten Positionen.
Da am ersten Verhandlungstag keine Einigung und keine Annäherung in wesentlichen Punkten zu erzielen war, wurden die Verhandlungen auf den 19. August 2010 vertagt
Flugblatt GaLaBau: Erste Tarifverhandlung 2010 
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Geschrieben am 20.07.2010 12:56:06
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